| |
Muttertagsgedicht
|
| |
Sieh hier aus herzlich frohem Triebe
der Kinder kleine Schar sich nahn;
o nimm das Sinnbild unsrer Liebe,
nimm's, Teure, huldvoll von uns an!
Wir alle woll'n zur Tagesfeier
ein Liedchen Dir, der Guten, weihn,
und stimmte auch nicht rein die Leier -
die Mutterliebe wird's verzeihn,
Wie in des Tales schönen Gründen
der Bach mit leisem Murmeln fließt,
wie seines Ufers Irrgewinden
ein süßer Blumenduft entsprießt:
so gleite auch Dein teures Leben
stets rein und ungetrübt dahin;
von Freuden sei es rings umgeben,
die über Sternen Dir noch blühn!
Wie zögernd gern die Quelle gleitet,
um Fluren lispelt, spielt und schleicht,
bis sie, vom stärkern Strom geleitet,
den fernen Ozean erreicht:
so lächle lange noch hinieden
Dein Blick uns liebevoll und mild,
und ruhend einst in süßem Frieden,
umschweb' uns noch Dein schönes Bild!
Deklamationssaal . 1853
|
|
|
|