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Muttertagsgedicht, Ich wünsche DirMuttertagsgedicht




Ich wünsche Dir nicht Gut und Geld;
Zwar kann mit Krösus Schätzen
Und ird'schen Gütern dieser Welt
Man sich gar artig setzen;
Doch beut der Reichtum auch Genuß?
Er gibt mehr Ärger und Verdruß:
Verborgst Du's Geld - Du wirst geprellt,
Von Räubern wird Dir nachgestellt,
Und wird ein Richterspruch gefällt,
Dich läßt man frei, doch nicht dein Geld. -
Auch wünsch' ich Dir nicht hohen Rang;
Zwar lauten schön die Titel
Und sind sie ganze Seiten lang,
So ist's das beste Mittel,
Vermöge solcher Protection
Zu stehen selbst vor Königs Thron;
Allein dort lagert schnöder Groll
Und Neid wie Sand am Meere,
Man naht gebückt und ehrfurchtsvoll,
Doch die Kabale ist wie toll
Und nimmt uns in die Scheere.
D'rum wünsch ich Dir ein einz'ges Gut,
Das beste unter Allen -
Die Adern voll gesundes Blut
Und rüstig die Vasallen.
Dann in die Wirtschaft wenig Not,
Die Speisekammer voller Brod,
Und all' die Deinen stark und rot,
Bis spät einst naht der sanfte Tod.

Vollständige Sammlung von Gelegenheitsgedichten . 1852



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