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Muttertagsgedicht
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Frohe Stunden gibt's im Leben,
Froher Tage gibt es viel,
wo wir ohne Sorgen schweben
unter Sang und Tanz und Spiel.
Doch der Lebensjahre beste
sind der Kindheit goldnes Loos:
freundlich winket da zum Feste
Mutterlieb' auf ihrem Schoß.
Ihr im Schoß, umringt von Scherzen,
liegt man sicher, liegt man weich;
lächelt nach dem Mutterherzen,
in sein kleines Himmelreich.
Sanft geküsst, gewiegt, gedrücket,
fühlt man Freuden, Wonne schon;
und kein Saitenklang entzücket,
wie der Mutterstimme Ton.
So am Gängelband der Freude
werden wir allmählich groß,
tauschen jetzt um Buch und Weide
Mutterarm und Mutterschoß.
Aber kann, wer da gesessen,
angelehnt an ihrer Brust,
jenes Kinderglück vergessen,
jener Paradieseslust? -
O der Unschuld Paradiese,
wie so grünend, wie so schön!
wenn herab auf Wald und Wiese
lauter Gottesengel sehn,
auf Gefilde, leer von Reue,
Friede aus den Wolken lacht,
und bei mütterlicher Treue
väterliche Sorge wacht.
Von der Lebensjahre besten,
wo das Veilchen frischer blüht,
von der Kindheit Rosenfesten
Dir, o Mutter, dieses Lied!
Mutter, Deinen treuen Händen
dieser Druck und dieser Dank!
Lass mit Küssen mich vollenden
diesen kindlichen Gesang!
Deklamationssaal . 1853
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